“Machen Sie für den Einstieg mal einen wirklich guten Preis!” Ein Satz, den wohl jeder Dienstleister schon einmal gehört hat. Vom Argument, im Wettbewerb erst durch einen geringen Preis zu triumphieren und das Preisgefüge dann später nach oben zu korrigieren, lassen sich viele Freelancer zu Preisdumping verleiten. Ein Konzept, welches aus meiner persönlichen Erfahrung so gut wie nie aufgeht.

Hat der Kunde ein Mal gesehen, dass ein Projekt zu Preis x umsetzbar ist – wieso sollte er dann beim nächsten Mal Preis xy zahlen? Dann ist das Wettbewerbsargument nämlich genau gegen euch: “Wenn Sie den Preis erhöhen, schreiben wir den Auftrag einfach wieder neu aus.”

Daher mein Tipp: kalkulieren Sie bei einer Angebotsabgabe immer einen realistischen Preis. Wenn Sie aufgrund dieses Preises den Pitch verlieren, wäre der Kunde wohl auch später nicht bereit gewesen, Ihre Dienstleistung vernünftig zu entlohnen. Lassen Sie sich von der Angst, einen Auftrag nicht zu erhalten, nicht zu Dumpingpreisen verleiten. Denn aus dem Tal der Billigarbeit wieder herauszuklettern, ist überaus schwierig.

Wägen Sie gut ab, welchen Arbeitsaufwand Sie haben und welche Entlohnung nötig ist, um vernünftig arbeiten zu können. Kunden, die von Anfang an den Preis drücken und nur nach dem billigsten Anbieter suchen, sind in der Regel genau die Kunden, die ihren Dienstleistern das Leben zur Hölle machen.

Tagged with:
 

2 Responses to Von Einstiegspreisen und Pilotprojekten: ein Wintermärchen

  1. bemme51 sagt:

    gilt irgendwie auch für angestellte. wer einmal sein gehalt mies ansetzt kommt da kaum wieder raus.

  2. Feuerhand sagt:

    Die Freiberufler die sich die Preise in den Keller drücken lassen machen nicht nur sich selbst sondern auch ihren Mitbewerbern das Leben schwer. Unter den Entwurfsverfassern im Baugewerbe sind die Preise für Tragwerksplanung mittlerweile so schlecht das das zu oberflächlicher Betrachtung in der Statik führt. Am Ende zahlt es der Kunde – an den Baustoffhändler, wenn er die überdimensionierten Bauteile kauft! Aber soweit denken sie leider nicht.
    Ich will eine gute Arbeit machen und die muss angemessen – also gut bezahlt werden.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>